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Vorlage - 2018/02571  

Betreff: Erlass einer Verordnung über die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht von Katzen
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage öffentlich
Verfasser:Anja Blieffert
Federführend:Team 2.2 Bearbeiter/-in: Blieffert, Anja
Beratungsfolge:
Ausschuss für Feuerschutz und öffentliche Ordnung Vorberatung
13.11.2018 
Sitzung des Ausschusses für Feuerschutz und öffentliche Ordnung ungeändert beschlossen   
Verwaltungsausschuss Vorberatung
Rat der Gemeinde Jork Entscheidung
11.12.2018 
Sitzung des Rates der Gemeinde Jork ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n
Anlagen:
Entwurf Kastrationsverordnung Gemeinde Jork  

Beschlussvorschlag:

 

Der Rat der Gemeinde Jork beschließt die „Verordnung der Gemeinde Jork über die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht von Katzen im Gebiet der Gemeinde Jork, die sich außerhalb der Wohnung ihrer Halter/innen frei bewegen“

 


Sachverhalt:

 

Im Bereich der Gemeinde Jork ist vorgesehen, eine Kastrations- und Kennzeichnungsverordnung für Katzen zu lassen, um der problematisch großen Katzenpopulation der privaten und verwilderten Hauskatzen entgegenzuwirken. Die Verordnung bezieht sich auf die Katzen, die in Haushalten leben und sogenannten Freigang haben, d. h., dass sie sich auch unbeaufsichtigt außerhalb der Wohnung aufhalten.

 

Für den rasanten Anstieg der Katzenpopulation sind zum großen Teil die nicht kastrierten Hauskatzen mit Freigang, die sich mit verwilderten Tieren paaren, verantwortlich. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es in einigen Gebieten in der Gemeinde Jork zu unkontrollierten Vermehrungen gekommen ist.

 

Schätzungen zur Folge gibt es bundesweit zurzeit ca. 2 Millionen herrenlose Katzen (Tendenz steigend). Anders als bei Wildtieren regelt sich die Populationsdichte bei verwilderten Katzen nicht auf natürliche Weise. Diese Tiere sind weder geimpft, noch gegen Endo- und Ektoparasiten behandelt. Sie kommen damit als Überträger von Krankheiten und Parasiten in Frage und sind auch für Menschen eine Gefahr (z.B. durch Toxoplasmose für schwangere Frauen).

Die hohe Anzahl der frei bzw. wild lebenden Katzen stellt darüber hinaus eine enorme Gefahr für den Singvogelbestand dar.

Katzen werden nach ca. 5 Monaten (männlich / weiblich) geschlechtsreif. Sie können 2 bis 3mal pro Jahr Junge werfen, die durchschnittliche Anzahl von Welpen pro Wurf beträgt 3 bis 5 Welpen.

Theoretisch könnte ein Katzenpaar also nach 7 Jahren 420.000 Nachkommen hervorbringen.

Im Bereich der Gemeinde Jork gibt es einige private Futterstellen, die immer mehr verwilderte Katzen anlocken und eine unkontrollierte Vermehrung unterstützen.

 

Der Erlass der Verordnung fußt auch auf § 13b des Tierschutzgesetzes, so dass sich für die durch die VO auferlegten Pflichten nicht nur eine Möglichkeit der Gefahrenabwehr, sondern auch eine tierschutzrechtliche Maßnahme ergibt, die gesetzlich ausdrücklich zugelassen ist. Diese Ermächtigung des § 13b TierSchG ist in Niedersachsen durch § 7 Ziff. 6 der Subdelegationsverordnung auf die Gemeinden übertragen worden.

 

Durch den Erlass einer Verordnung soll der Druck auf die Bevölkerung erhöht und eine Akzeptanz herbeigeführt werden, ihre freilaufenden Tiere auch tatsächlich zu kastrieren. Mit der Vorordnung hat die Gemeinde Jork eine entsprechende gesetzliche Grundlage, um Kastrationen und Kennzeichnungen gegenüber bekannten Haltern durchzusetzen und im Einzelfall ein Bußgeldverfahren einzuleiten

Die in der Gemeinde Jork lebenden verwilderten und herrenlosen Katzen können mit einer Regelung nicht erfasst werde, da es in diesen Fällen keinen Verantwortlichen gibt, der zur Durchsetzung einer Kastration herangezogen werden kann. Hier muss die Gemeinde Jork die Kosten übernehmen.

 

Ebenso wie die Kastrationspflicht soll auch die Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht eingeführt werden. Dieses gilt dann auch für die kastrierten verwilderten und herrenlosen Katzen, die in der Regel meist an ihrem Fundort wieder ausgesetzt werden. Durch das Kennzeichnen und Registrieren der Katzen können zukünftige Fundtiere, die der Gemeinde Jork als Fundtiere übergeben werden, schnell ihrem Eigentümer zugeordnet und zurückgegeben werden.

 

 


Finanzielle Auswirkungen:

Wie bisher jährlich 300,00 €

Diese sind enthalten in dem Ansatz von 4.400,00 €, der u. a. die Kosten für die Inanspruchnahme des Tierheim oder Tierschutzorganisationen, Versorgung verletzter Fundtiere, Euthanasie von Fundtieren beinhaltet

 


Anlage/n:

Entwurf Verordnung

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Entwurf Kastrationsverordnung Gemeinde Jork (54 KB)